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Der Nussknacker

nach E.T.A. Hoffmann
von Gerald Maria Bauer

Der Nussknacker
TDJ; Alexander Tolstykh / shutterstock

»Marie: Ach mein armer Nussknacker!
Fritz: Das ist ein einfältiger dummer Bursche.
Will Nussknacker sein, und hat kein ordentliches
Gebiss – mag wohl auch sein Handwerk nicht
verstehen. Gib ihn nun her, Marie!«

E.T.A. Hoffmann. Nussknacker und Mausekönig

Als Nesthäkchen hat man nur Vorteile? – Pah! Denn Marie ist sicher nicht das verwöhnteste Kind in der Familie!
Ganz im Gegenteil: Bruder Fritz ist ein regelrechter Rabauke, und Schwesterchen Luise, die Älteste, ist seit ein paar Jahren wie ausgewechselt! Gäbe es kein Riechsalz, wäre die Frau Mama aufgeschmissen, und der Herr Papa lässt sich vor »Terminen« wenig zu Hause blicken, und wenn, dann will er nicht gestört werden.
Und wer behauptet, Weihnachten sei die schönste Zeit im Jahr, der irrt gewaltig! Denn da geht der Stahlbaumsche Familienterror erst so richtig los! Besonders dann, wenn eine Maus im Haus vermutet wird.
Wäre da nicht Onkel Drosselmeier, Marie würde aus der Haut fahren! Denn niemand kann so viele atemberaubende Geschichten erzählen wie ihr, zugegeben, etwas schrulliger Patenonkel. Da er aber ein passionierter Uhrmacher ist und sich auf das Konstruieren mechanischer Puppen versteht, gibt es von Drosselmeier dafür immer die tollsten Geschenke zu Weihnachten! Diesmal ist es eine kleine unscheinbare Holzfigur in roter Livree mit großem Mund: ein Nussknacker, den Marie sofort ins Herz schließt! Doch ein Drosselmeiersches Geschenk wäre nicht komplett, gäbe es dazu nicht die aufregendsten Geschichten. Was hat es mit diesem sympathischen Nussknacker auf sich? Ist er letzten Endes sogar verflucht? Und warum macht sich des Nächtens eine gewisse Prinzessin Pirlipat, die fatale Ähnlichkeit mit der Backfischchenschwester Luise hat, mitsamt Gefolge im Wohnzimmer breit? Nun, eines ist gewiss: Marie wird dem Spuk ein Ende setzen…
Mit seinen skurril-phantasievollen Erzählungen gehört E.T.A. Hoffmann vermutlich zu den verspieltesten Schriftstellern des deutschsprachigen Raumes. Nicht umsonst inspirierte er mit seinen unzähligen Kunstmärchen und Literatur gewordenen Traumarabesken gleichermaßen andere Autoren wie Komponisten nachfolgender Generationen.

Aufführungsrechte: Theater der Jugend, Wien
Zeitraum: 13. Dezember 2016 – 29. Januar 2017
Premiere: 14. Dezember 2016
Regie: Gerald Maria Bauer

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