Victor oder Die Kinder an der Macht von Roger Vitrac

Die Macht des „schrecklichen Kindes“ kann die ganze Welt aus den Angeln heben.

Victor hat Geburtstag. Er ist „schrecklich intelligent“, fast 2 m groß und wird heute neun Jahre alt. Dem hoch begabten und geliebten Sohn zu Ehren soll ein rauschendes Fest gegeben werden. Und so finden sich die Gäste ein: es erscheinen die sechsjährige Esther, begleitet von ihren ungleichen Eltern und ein Freund der Familie, ein hochrangiger General. Und schließlich taucht überraschend eine rätselhafte und schöne Dame namens Ida Totemar auf.

Es könnte eine harmonische und fröhliche Feier werden, hätte sich Victor nur nicht in den Kopf gesetzt, die Verlogenheit der idyllischen Welt der Erwachsenen und der bourgeoisen Gesellschaft zu entlarven.

Und bekommt die gut geordnet und bürgerliche Welt erst einmal eine Erschütterung, zeigt sich die tiefe Unsicherheit, die hinter der Fassade lauert.

Roger Vitracs 1928 uraufgeführtes surrealistisches Stück ist eine Parodie auf die biederen Salonstücke seiner Zeit. Der französische Dichter verbindet in seinem bürgerlichen Schauspiel die Formen des Boulevard Theater mit surrealistischen Inhalten und rechnet „absurd“ mit mit dem französischen Nationalismus und Militarismus des frühen 20. Jahrhunderts ab.

Die Ordnung der Erwachsenen wird durch die erbarmungslose Logik methodisch in den Wahnsinn getrieben.

Regie: Jackie Rehak & Angi Strahser
Es spielen: Maria Baumgartner, Leoni Dareb, Samuel Eckhard, Alex Gogl, Bastian Gröger, Benita Holzhammer, Sophie „Hörli“ Hörlezeder, Leopold Jäger, Adrian N. Ristic, Alina-Julia Weillechner, Isabella Wimmer