Green Belt Center

Das Grüne Band Europa

Green Belt Center

Im Dachgeschoß des neuen Green Belt Center unternehmen wir einen Streifzug durch die teils bewegte Vergangenheit der Region um Windhaag. Von den Siedlern, Rittern und Kolonisatoren des 13. Jahrhunderts über die Bewohner des Freiwalds, die bis weit in die Neuzeit keinen Grundherren über sich hatten, bis zu den Bauern, Waldarbeitern und Schmieden des 20. Jahrhunderts.

Was uns dabei besonders interessiert. Wie kamen die Menschen des nördlichen Mühlviertels mit den schwierigen Lebensbedingungen zurecht, die dieser Naturraum für sie bereithielt? Lange Winter, karge Böden, kühle Sommer. Nicht umsonst finden sich in den Wäldern um Windhaag bei genauerem Hinsehen zahlreiche im Spätmittelalter abgekommene Burgen und Siedlungen. Wir begeben uns auf die Spuren dieser alten Wüstungen, kommen aber auch zu jenen des 20. Jahrhunderts. Denn auch nördlich von Windhaag verschwanden ab 1945 zahlreiche Dörfer von der Landkarte.

Und schließlich führt die Ausstellung vor Augen, wie radikal sich die Bedingungen des Lebens und Arbeitens verändert haben. Nicht nur im Mühlviertel, sondern in Österreich und Europa generell. Hatte die Landwirtschaft bis ins 19. Jahrhundert gerade einmal so viel Ertrag abgeworfen, dass 30 Prozent der Bevölkerung anderes tun konnten als die Felder zu bestellen, ist die Situation heute eine gänzlich andere. In Österreich arbeiten nur noch zwei Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft, mit ihren Ernten aber ließe sich das ganze Land ernähren. Der Frage, was den Fortschritt bewirkte, und ob diese Entwicklung neben den gewaltigen Vorteilen für uns Menschen auch Schattenseiten, etwa für die Umwelt, aufweist, gehen wir im Erdgeschoß  nach.

Zentraler Teil des neuen Green Belt Center ist eine Ausstellung, welche die Dimension und die Vielfalt des Grünen Bandes Europa dem Besucher erschließt. Den Beginn des Rundganges markiert jedoch der Eiserne Vorhang, jene fast undurchdringliche Grenze, die von 1950 bis 1989 Europa teilte und seine Völker trennte. Kurz aber beeindruckend wird diese Unmöglichkeit der Geschichte vor Augen geführt. Das einzig Positive am Eisernen Vorhang: Im Niemandsland an der Grenze, im Schatten der Sperranlagen und Stacheldrahtverhaue, hatten sich praktisch unberührte Naturlandschaften erhalten. Sie bilden heute das Grüne Band, 12 500 km lang, quer durch Europa. Das Green Belt Center macht seine einzelnen Abschnitte mit ihren naturkundlichen Besonderheiten erlebbar.

Von der subarktischen Tundra bis an das Schwarze Meer führt uns die Reise. Anhand einzigartiger Bilder, Filmsequenzen und Originalobjekte erleben wir die Schönheit dieser europäischen Landschaften. Als Höhepunkt der Reise finden wir uns am österreichischen Grünen Band mit dem Schwerpunkt Mühlviertel und dem angrenzenden Südböhmen wieder. Weiter geht es zu einer Entdeckungsreise in die bunte Vogelwelt, welcher wir am Grünen Band begegnen können und wir beschäftigen uns mit besonderen Tieren und Pflanzen, die speziell unsere Region auszeichnen.

Am Ende des Rundganges werden Gefährdungen und Chancen für das Grüne Band und seine Flora und Fauna thematisiert. Wir lernen den winzigen Borkenkäfer kennen, der ganze Wälder verändert, begegnen Heimkehrern der Tierwelt, beobachten wie sich die Natur diese Räume zurück erobert und begegnen alten Haustierrassen, die im Bereich des Grünen Bandes, quer durch Europa auch durch das Grüne Band überleben konnten.

Der Rundgang endet im Zukunftsraum:
Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte – ein wahrer Höhenflug: Tolle Autos, Urlaub auf den Malediven, schicke Kleidung, Handys ab dem Volksschulalter.
Kann das so weiter gehen? Wo führt das hin? Leben wir noch innerhalb der ökologischen Grenzen unseres Planten? ?Fragen, die zu weiteren Frage führen: ?Was macht uns noch glücklich? Braucht es einen Paradigmenwechsel?

Der Zukunftsraum gibt keine konkreten Antworten auf diese oder ähnliche Fragen. Er gibt Denkanstöße, zeigt Hoffnung gebende Projekte auf, ermutigt einen Blick auf die Welt von ÜBERMORGEN zu richten.

Der Zukunftsraum macht bewusst, dass unser persönliches Handeln – oder Nichthandeln – jene Zeit mitprägen wird, in der wir, vor allem aber unsere Kinder und Enkelkinder leben werden.